Schreck für die Passagiere eines ICE bei Gelnhausen: Ihr Zug stößt mit einem Bagger zusammen, der Baggerfahrer wird verletzt. Die Bahnstrecke wird danach gesperrt.
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Ein ICE ist am Montagmorgen auf der Bahnstrecke Fulda–Hanau nahe Gelnhausen gegen den Greifarm eines Baggers gefahren, der in den Gleisbereich ragte. Dabei sei der Baggerfahrer leicht verletzt worden, teilte ein Sprecher der Bundespolizei in Koblenz mit. Über verletzte Fahrgäste des ICE war zunächst nichts bekannt.
Wie genau es zu dem Unfall kommen konnte, ist nach Angaben des Sprechers noch unklar. Nach Angaben der Deutschen Bahn wurde die Strecke gegen 10 Uhr komplett für den Zugverkehr gesperrt. Um an die Unfallstelle heranzukommen, musste die Oberleitung zunächst abgeschaltet und geerdet werden, um die Gefahr eines Stromschlags auszuschließen, sagte der Sprecher.
Fahrgäste spürten starken Ruck
Eine Passagierin des Zuges berichtete, dass dieser bereits vor der Kollision aufgrund einer Baustelle mit reduzierter Geschwindigkeit unterwegs gewesen sei und plötzlich sehr stark gebremst habe. “Im nächsten Moment spürte man einen starken Ruck und es war klar, dass der ICE gerade in etwas oder jemanden reingefahren war”, so die Passagierin. Unmittelbar danach sei zu hören gewesen, wie etwas auf den ICE und dann an den Fenstern vorbei auf den Boden neben dem Zug gefallen sei.
Durchsagen des Zugpersonals sei zu entnehmen gewesen, dass der ICE in einen Baukran gefahren war. Ein erster Krankenwagen sei daraufhin an den Unfallort gekommen, kurz darauf seien auch Polizei und Feuerwehr eingetroffen. Auch in dem ICE sei der Strom ausgeschaltet worden, und die Türen zwischen den Abteilen mussten von Hand geöffnet werden.
Bei dem Zug handelte es sich um den ICE 71, der von Hamburg kommend nach Basel unterwegs war. Der Unfall ereignete sich den Angaben zufolge in Richtung Frankfurt zwischen Gelnhausen und dem Ortsteil Hailer-Meerholz auf freier Strecke.
Streckensperrung hat erhebliche Folgen
Laut der Deutschen Bahn wurde bei dem Unfall auch die Oberleitung beschädigt. Sie müsse repariert werden. “Nachdem unsere Fachleute ein Schadensbild erstellt haben, können wir prognostizieren, wie lange die Reparaturarbeiten dauern werden”, so ein Bahn-Sprecher. “Zur Unfallursache ermitteln die Behörden.” Die Reisenden des betroffenen ICE sollten in Kürze ihre Fahrt mit einem Ersatzzug fortsetzen können.
Die Deutsche Bahn informierte auch in ihren Verkehrsmeldungen über die Streckensperrung zwischen Frankfurt am Main und Fulda. Betroffen sind demnach folgende Verbindungen im Fernverkehr:
- ICE-Züge der Verbindung Frankfurt/Main – Kassel-Wilhelmshöhe – Hannover – Hamburg
- ICE-Züge der Verbindung Frankfurt/Main – Wolfsburg / Braunschweig – Berlin
- ICE-Züge der Verbindung Frankfurt/Main – Erfurt – Berlin
- ICE-Züge der Verbindung Frankfurt/Main – Erfurt – Leipzig – Dresden
Durch die Vollsperrung müssten Züge weiträumig umgeleitet werden, es komme zu Verspätungen und Ausfällen, erklärte der Bahnsprecher. Allein im Fernverkehr seien stündlich rund sechs Züge Richtung Hannover/Hamburg, Erfurt, Leipzig, Dresden und Berlin auf dem Streckenabschnitt unterwegs. Im Regionalverkehr fielen einzelne Verbindungen aus oder wendeten vorzeitig. Die Fahrgäste wurden gebeten, sich vor Reiseantritt über Ihre Verbindung zu informieren.
EVN / dpa
