Nach massiven Schneefällen und Windböen will die Deutsche Bahn am Samstagmorgen den Fernverkehr in Norddeutschland schrittweise wieder starten. Dennoch müssen Reisende weiterhin mit Einschränkungen und Zugausfällen rechnen.
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Nach einem der schwersten Wintereinbrüche der vergangenen Jahre durch Sturmtief “Elli” mit massiven Behinderungen im norddeutschen Schienennetz will die Deutsche Bahn am Samstagmorgen den Fernverkehr schrittweise wieder aufnehmen. Insbesondere Schneewehen und vereiste Weichen hatten den Bahnverkehr im Norden am Freitag nahezu vollständig zum Erliegen gebracht. Tausende Mitarbeitende waren rund um die Uhr im Einsatz, um Strecken freizuräumen, Oberleitungen zu enteisen und Bahnsteige zu säubern.
Trotz der Wiederaufnahme rechnet die Bahn auch am Samstag bundesweit mit Einschränkungen, Zugausfällen und längeren Reisezeiten. Fahrgäste werden gebeten, sich vor Fahrtantritt über die aktuelle Verkehrslage zu informieren. Die Bahn dankte allen Reisenden, die nicht notwendige Fahrten verschoben haben, und bat weiterhin um Geduld und Verständnis.
Unterbrechung seit Freitagmorgen
Am Freitagmorgen hatte die Deutsche Bahn mitgeteilt, den Fernverkehr im Norden Deutschlands einzustellen. Das Unternehmen argumentierte, die Unterbrechung sei notwendig, um Fahrgäste, Mitarbeiter und Fahrzeuge zu schützen. Züge sollten an Bahnhöfen zurückbleiben. Die Bahn kündigte weiter an, Fahrgäste zu versorgen.
Am frühen Freitagnachmittag hieß es von der Bahn, der Fernverkehr sei bundesweit von Einschränkungen betroffen. Das bundeseigene Verkehrsunternehmen kündigte an, die zulässige Höchstgeschwindigkeit werde auf einzelnen Schnellfahrstrecken reduziert.
Die Bahn erlaubt Kunden, die bis Mittwoch ein Ticket für eine Reise von Donnerstag bis Sonntag gekauft haben, diese zu verschieben. Die Zugbindung sei aufgehoben und Sitzplatzreservierungen könnten kostenfrei storniert werden.
Auch Metronom will Zugverkehr am Samstag wieder aufnehmen
Der wetterbedingt eingestellte Zugverkehr des Bahnunternehmens Metronom soll am Samstagmorgen wieder anlaufen. Nach Angaben des Unternehmens ist die Wiederaufnahme des Betriebs ab etwa 10.00 Uhr geplant. Zum Start sei mit Einschränkungen zu rechnen, hieß es.
Vor dem geplanten Neustart gibt es Erkundungsfahrten bei Tageslicht. Dabei wird geprüft, ob Gleise frei und sicher befahrbar sind. Erst bei positivem Ergebnis dürfen wieder Fahrgäste mitgenommen werden, teilte das Unternehmen weiter mit.
Bereits am Freitagnachmittag hatte Metronom angekündigt, den Zugverkehr wegen der Witterung schrittweise einzustellen. Betroffen sind demnach sämtliche Linien des Metronom (RE2, RE3/RB31, RE4/RB41) und Enno (RE30/RE50).
Die Verbindungen im Überblick
- RE2 Uelzen–Celle–Hannover Hbf–Northeim–Göttingen
- RE3 Hamburg Hbf–Hamburg-Harburg–Winsen (Luhe)–Lüneburg–Uelzen
- RE4 Hamburg Hbf–Hamburg-Harburg–Buchholz–Tostedt–Rotenburg (Wümme)–Bremen Hbf
- RB31 Hamburg Hbf–Hamburg-Harburg–Winsen (Luhe)–Lüneburg
- RB41 Hamburg Hbf–Hamburg-Harburg–Buchholz–Tostedt–Rotenburg (Wümme)–Bremen Hbf
- RE30 Wolfsburg Hbf–Gifhorn–Lehrte–Hannover Hbf
- RE50 Wolfsburg Hbf–Braunschweig Hbf–Hildesheim Hbf
Wetterdienst warnt vor Unwetter
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte eine amtliche Unwetterwarnung vor starken Schneeverwehungen ausgegeben. Die Warnung betraf Stand Freitagnachmittag noch Teile Schleswig-Holsteins, ganz Hamburg, Nordniedersachsen und ganz Bremen. Es bestehe Gefahr für Leib und Leben, teilte der DWD mit. Der Aufenthalt im Freien solle vermieden werden.
EVN / dpa
