Strecke Hamburg–Berlin: Güterbahnen bezeichnen Verzögerung als “schmerzhaft”

Die geplante Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecke Hamburg–Berlin verzögert sich um rund sechs Wochen. Der Branchenverband Die Güterbahnen sieht das gestufte Konzept der Bahn zwar als grundsätzlich tragbar, warnt jedoch vor längeren Einschränkungen für Güterverkehr und Industrie.


Der Branchenverband Die Güterbahnen hat die verlängerte Bauzeit bei der Sanierung der Bahnstrecke Hamburg–Berlin kritisiert. Nach neuen Planungen der Deutschen Bahn soll der nördliche Abschnitt der Strecke Mitte Mai wieder in Betrieb gehen, während der gesamte Korridor erst Mitte Juni vollständig befahrbar sein wird.

Damit verlängern sich die Einschränkungen für den Schienenverkehr um etwa sechs Wochen. Besonders der Güterverkehr sei nach Einschätzung des Verbands betroffen, da aufgrund fehlender Alternativstrecken und begrenzter Oberleitungsinfrastruktur weiterhin lange Umleitungen erforderlich seien. In einigen Fällen müssten zudem Nahverkehrsverbindungen zugunsten von Güterzügen ausfallen.

Der Geschäftsführer des Verbands, Peter Westenberger, bezeichnete das zweistufige Konzept zur Wiederinbetriebnahme als Versuch, die Belastungen zu verteilen. Gleichzeitig müssten aus Sicht der Güterbahnen unter anderem die Störfallvorsorge auf Umleitungsstrecken, Ersatzfahrpläne und Regelungen zur Schadensregulierung konkretisiert werden. Die Verzögerungen würden “schmerzhafte Einschränkungen” bedeuten, so Westenberger weiter.

Zugleich forderte der Verband, dass der neue Bauzeitplan unbedingt eingehalten werden müsse. Zudem sei eine Aufarbeitung der Verzögerungen bei der Planung erforderlich.

EVN