Bahn-Neubaustrecke Dresden–Prag Thema im Bundestag

“Was lange währt, wird endlich gut”, heißt es sprichwörtlich. Ob das auch für die geplante Neubaustrecke der Bahn von Dresden nach Prag gilt, ist unklar. Zumindest ist ein Minimalziel erreicht.

Der geplante Neubau der Bahnstrecke zwischen Dresden und Prag hat den Bundestag erreicht. Die Unterlagen für eine parlamentarische Befassung wurden jetzt vom Bundesverkehrsministerium übergeben, teilte das Ministerium mit. Das Projekt beinhaltet einen 30 Kilometer langen Tunnel durch das Osterzgebirge und soll die Reisezeit zwischen beiden Städten von derzeit 2,5 Stunden auf eine Stunde verkürzen. Für Sachsen geniest das Projekt hohe Priorität. Der schleppende Ausbau des Schienenverkehrs in Ostdeutschland war hier wiederholt beklagt worden.

Teil eines Hochgeschwindigkeitskorridors von Berlin bis Wien

“Ich freue mich, dass wir nun das Ergebnis der Vorplanung für die Neubaustrecke Dresden–Prag dem Deutschen Bundestag vorstellen können. Das Projekt ist ein zentraler Baustein des geplanten internationalen Hochgeschwindigkeitskorridors zwischen Berlin, Prag und Wien, mit dem Europa enger zusammenwächst”, betonte Ulrich Lange, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium.

Neubaustrecke soll Engpass beseitigen und Lärm vermeiden

Die neue Bahnstrecke soll den Engpass auflösen, der momentan mit der Streckenführung durch das enge Elbtal zwischen Dresden und der tschechischen Stadt Ústí nad Labem verbunden ist. Zugleich soll sie die ansässige Bevölkerung vom Verkehrslärm entlasten.

Die Parlamentarische Befassung räumt dem Bundestag ein zusätzliches Mitspracherecht bei der Umsetzung von Aus- und Neubauvorhaben des Bedarfsplans Schiene ein und ist für Vorhaben vorgesehen, die die sogenannte Grundlagenermittlung und Vorplanung abgeschlossen haben, hieß es. Wenn der Bundestag der Fortführung des Vorhabens zustimme, könne “nach Klärung der haushälterischen Voraussetzungen” der im Entwurf vorliegende Staatsvertrag mit der Tschechischen Republik unterzeichnet werden.

EVN / dpa