Die Sanierung der Bahnstrecke Hamburg–Berlin verzögert sich wegen Winterwetters. Bundes- und Landesminister werfen der Deutschen Bahn mangelnde Planung vor und fordern einen raschen, verbindlichen Zeitplan. Ein neues Konzept soll Mitte März vorgelegt werden.
Die Verzögerung bei der Generalsanierung der Bahnstrecke Hamburg–Berlin sorgt für scharfe Kritik an der Deutschen Bahn. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) forderte ein belastbares Konzept, um die wichtige Verbindung zwischen Berlin und Hamburg so schnell wie möglich wieder in Betrieb zu nehmen. Die Entscheidung zur Verschiebung habe er zur Kenntnis nehmen müssen, er erwarte nun Klarheit über das weitere Vorgehen, sagte er.
Die Bahn hatte mitgeteilt, dass die ursprünglich bis Ende April geplante Fertigstellung wegen Winterwetters nicht eingehalten werden könne. Seit rund sechs Wochen seien die Arbeiten im Verzug. Ein neuer Zeitplan für die 280 Kilometer lange Strecke soll am 13. März vorgestellt werden. Kernproblem sei der witterungsbedingte Verzug beim Kabeltiefbau für Signalanlagen.
Auch in den Ländern wächst der Unmut. Brandenburgs Verkehrsminister Detlef Tabbert sprach von einem „herben Rückschlag“ für Pendler und kritisierte, Verzögerungen seien angesichts üblicher Winterbedingungen absehbar gewesen. Mecklenburg-Vorpommerns Verkehrsminister Wolfgang Blank bezeichnete die Verlängerung der Vollsperrung als „völlig inakzeptabel“. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) warf der Bahn mangelnde Verlässlichkeit vor.
Die Strecke ist seit August 2025 gesperrt und zählt mit täglich rund 30.000 Fernverkehrsreisenden und insgesamt etwa 470 Zügen pro Tag zu den wichtigsten Verbindungen im Norden Deutschlands. Die Deutsche Bahn verweist auf die besonderen Herausforderungen durch Frost und Schnee.
EVN / dpa
