Bürgernetzwerk warnt vor Gesundheitsrisiken durch Bahnlärm im Mittelrheintal

Bei einer Veranstaltung von Lions Club und Pro Rheintal haben Experten vor massiven Gesundheitsgefahren durch Bahnlärm gewarnt. Pegel von bis zu 120 dB(A) im Mittelrheintal lägen deutlich über empfohlenen Grenzwerten. Die Initiativen fordern strengere Schutzmaßnahmen.

Das Bürgernetzwerk Pro Rheintal e.V. warnt vor erheblichen gesundheitlichen Risiken durch Bahnlärm im Mittelrheintal. Bei einer gemeinsamen Veranstaltung mit dem Lions Club Rheingoldstraße verwies der Kardiologe Thomas Münzel von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz auf aktuelle Erkenntnisse der Lärmwirkungsforschung. Verkehrslärm zähle nach Luftverschmutzung und Hitze zu den größten Umweltbelastungen für die Gesundheit. Bereits Pegel über 55 dB(A) könnten krank machen.

Nach Angaben der Initiative erreichen Güterzüge im Rheintal Lärmwerte zwischen 90 und 120 dB(A) und überschreiten damit deutlich die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation von 54 dB(A) tagsüber und 45 dB(A) nachts. Sprecher Frank Gross kritisierte die bestehenden Lärmschutzmaßnahmen als unzureichend. Angesichts der hohen Pegel gehe es nicht um marginale Unterschiede, sondern darum, die Belastung unter die gesundheitskritische Schwelle zu senken. Insbesondere hohe Zuggeschwindigkeiten in Wohngebieten führten zu abrupten Lärmspitzen in der Nacht.

Zudem bemängelte die Initiative, dass Bund und Bahn weiterhin auf veralteten Normen aus früheren Jahrzehnten basierten. Neben gesundheitlichen Aspekten wurden auch Sicherheitsbedenken geäußert. Die Veranstalter riefen Politik und Gesellschaft dazu auf, wirksame Maßnahmen zum Schutz von Gesundheit und Lebensqualität im Mittelrheintal zu ergreifen.

dpa