GDL Bayern kritisiert angebotene Tariflaufzeit von 30 Monaten

Die Lokführergewerkschaft lehnt in Bayern die vorgeschlagene Tariflaufzeit von 30 Monaten ab. Eine so lange Bindung sei aus Sicht der Gewerkschaft nicht mit dem bislang angebotenen Entgeltvolumen vereinbar.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat das aktuelle Tarifangebot mit einer Laufzeit von 30 Monaten scharf kritisiert. Nach Angaben des GDL-Bezirks Bayern sei eine derart lange Vertragsbindung nicht vermittelbar, da sie Entgelterhöhungen entwerte und die Einkommensentwicklung der Beschäftigten über Jahre festschreibe.

„30 Monate Laufzeit sind unterirdisch. Wer so lange binden will, muss auch entsprechend liefern“, erklärte am Donnerstag der Vorsitzende des GDL-Bezirks Bayern, Uwe Böhm. Laufzeit und Entgeltvolumen stünden aus Sicht der Gewerkschaft in keinem angemessenen Verhältnis. Entsprechend fordert die GDL deutliche Nachbesserungen sowohl bei der Laufzeit als auch beim finanziellen Umfang des Angebots.

Unabhängig vom Verhandlungsstil betont die GDL ihre grundsätzliche Bereitschaft zu Kooperation, schließt jedoch Konfrontation nicht aus. Die nächsten Verhandlungsrunden müssten spürbare Fortschritte bringen.

Das erste Angebot der Bahn sieht unter anderem eine Entgelterhöhung von 3,8 Prozent in zwei Schritten vor. Über sogenannte Strukturanpassungen im Tarifsystem sollen die Gehälter um weitere 2,2 Prozent steigen. Gemeint ist damit etwa die Einführung einer weiteren Entgeltstufe. GDL-Chef Mario Reiß hatte das Angebot bereits als zu niedrig zurückgewiesen. “Das DB-Angebot mit 6 Prozent bei 30 Monaten Laufzeit bedeutet für dieses Jahr lediglich 0,4 Prozent Steigerung”, sagte er.

EVN