Zum Auftakt der Korridorsanierung Nürnberg–Regensburg hat die DB InfraGO kurzfristig eine Übergangslösung für den Güterverkehr vorgestellt. Der Verband Die Güterbahnen spricht von einem problematischen Start und sieht weiterhin erhebliche Risiken.
Zum Beginn der Korridorsanierung auf der Bahnstrecke Nürnberg–Regensburg ist es aus Sicht des Verbands Die Güterbahnen zu erheblichen Problemen gekommen. Nach Angaben des Verbands konnte ein zentrales Stellwerk in Ansbach nicht wie geplant in Betrieb genommen werden, wodurch die wichtigste Umleiterstrecke für den Güterverkehr zunächst nicht voll nutzbar ist.
Die DB InfraGO stellte daraufhin am Freitagabend eine kurzfristige Übergangslösung vor. Demnach soll der Laufweg über Würzburg, Ansbach und Treuchtlingen in Richtung Ingolstadt und München vorübergehend für eine begrenzte Zahl von Güterzügen geöffnet werden. Damit könne ein großflächiger Stillstand im Güterverkehr zwischen Nordsee und Österreich möglicherweise verhindert werden.
Der Geschäftsführer von Die Güterbahnen, Peter Westenberger, bezeichnete den Start der Vollsperrung als desaströs und kritisierte das aus seiner Sicht auf minimale Reserven ausgelegte Umleiterkonzept. Die eingeschränkte Kapazität während der verlängerten Inbetriebnahmephase des Stellwerks werde dennoch zu Belastungen für Eisenbahnunternehmen und deren Kundschaft führen – nicht nur in Bayern, sondern auch darüber hinaus.
Westenberger forderte, dass es „ohne robuste Umleiterkonzepte keine mehrmonatigen Vollsperrungen mehr geben“ dürfe.
Hintergrund sind mehrfach verschobene Termine für die Inbetriebnahme des Elektronischen Stellwerks Ansbach. Ohne eine funktionsfähige Umleiterstrecke müssten Güterzüge weiträumig umgeleitet werden, teilweise über Stuttgart. Betroffen wären laut Verband neben den Eisenbahnunternehmen auch industrielle Verlader sowie internationale Transitverkehre. Auch bei funktionierenden Umleitungen rechnet der Verband mit längeren Transportzeiten, höheren Kosten und zusätzlichen Störungen.
EVN
