Generalsanierung Nürnberg–Regensburg startet – Kritik von Lokführergewerkschaft

Die mehrmonatige Generalsanierung der Bahnstrecke Nürnberg–Regensburg beginnt. Bis Juli ist der Korridor voll gesperrt. Während die Bahn ein umfassendes Ersatzkonzept hervorhebt, warnt die GDL vor hohen Belastungen für Beschäftigte.

Die Deutsche Bahn beginnt mit der umfassenden Generalsanierung der Bahnstrecke Nürnberg–Regensburg. Wie das Unternehmen mitteilte, ist der rund 96 Kilometer lange Korridor von diesem Freitag (6. Februar, 21 Uhr) an bis zum 10. Juli vollständig gesperrt. Zum Auftakt gaben Vertreter der DB InfraGO, des Bundesverkehrsministeriums und des Freistaats Bayern in Neumarkt (Oberpfalz) das offizielle Startsignal. Zeitgleich beginnt auch die Generalsanierung der Strecke Hagen–Wuppertal–Köln.

Im Rahmen der Bauarbeiten werden Gleise, Weichen und Oberleitungen erneuert oder instand gesetzt, die Leit- und Sicherungstechnik modernisiert und der Einbau des europäischen Zugbeeinflussungssystems ETCS vorbereitet. Zudem modernisiert die DB alle 20 Bahnhöfe zwischen Feucht und Regensburg-Prüfening, mit Schwerpunkt auf Barrierefreiheit. Ziel der Maßnahmen ist eine stabilere und leistungsfähigere Infrastruktur.

Während der Vollsperrung verkehren keine Züge auf dem Abschnitt. Für den Regionalverkehr kommen umfangreiche Ersatzbuskonzepte mit mehr als 90 Bussen zum Einsatz, zudem werden alternative Bahnverbindungen verstärkt. Fern- und Güterzüge werden großräumig umgeleitet, im Fernverkehr kommt es zu verlängerten Fahrzeiten und Angebotsreduzierungen auf einzelnen Relationen.

Lokführergewerkschaft äußert Kritik

Kritik an den Auswirkungen der monatelangen Sperrung kommt von der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Sie weist darauf hin, dass die Hauptlast des Ausnahmezustands von den Eisenbahnerinnen und Eisenbahnern getragen werde. Dienstplanänderungen, Versetzungen und Einsätze fern des Wohnorts bedeuteten erhebliche Einschnitte ins Privatleben. Zwar hält die GDL die Sanierung zentraler Strecken grundsätzlich für notwendig, sie bezeichnet die Maßnahmen jedoch zugleich als Aufarbeitung jahrzehntelanger Versäumnisse bei Instandhaltung und Investitionen. Die Generalsanierung müsse sich nun bei Zeitplan, Kosten und Nachhaltigkeit bewähren.

EVN