EVG-Chef Burkert: “Heute steht die Eisenbahnerfamilie still”

Ein Bahnmitarbeiter stirbt nach einem Angriff bei einer Ticketkontrolle. Mit einer Schweigeminute soll ihm gedacht werden.

Nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter bei einer Ticketkontrolle in Rheinland-Pfalz ruft die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) zu einer Schweigeminute auf. „Wir sind erschüttert und trauern um unseren Kollegen“, teilte der EVG-Vorsitzende Martin Burkert mit. „Heute steht die Eisenbahnerfamilie still.“ Die Schweigeminute soll heute um 15.00 Uhr stattfinden.

„Ab morgen erhöhen wir nochmal den Druck“, schrieb die Gewerkschaft weiter. „Dieser brutale Überfall muss jetzt ein Umdenken einleiten.“ Die Politik müsse Maßnahmen für mehr Sicherheit ergreifen.

CDU-Spitzenkandidat: „Bin fassungslos“

Der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz, Gordon Schnieder, hat den tödlichen Angriff auf den Zugbegleiter als „Angriff gegen uns alle“ bezeichnet. „Ich bin fassungslos“, teilte er in Mainz mit. „Der junge Mann hat seine Arbeit gemacht – Fahrkarten kontrolliert – dabei wurde er brutal angegriffen. Er hatte sein ganzes Leben noch vor sich.“ Immer häufiger würden Uniformierte in Deutschland Opfer von Gewalt. „Wir nehmen wahr, dass die Hemmschwelle für Beleidigungen, Bedrohungen und Attacken sinkt – Verrohung hat viele Gesichter.“ Es sei „unsere Pflicht, solchen Angriffen entschlossen entgegenzutreten“.

Schweitzer und Rehlinger geschockt

In Rheinland-Pfalz und im Saarland ist die Bestürzung über die Gewalttat groß. „Diese schreckliche Gewalt gegen jemanden, der einfach seinen Job macht, lässt uns wütend und traurig zurück“, teilten der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer und seine saarländische Kollegin Anke Rehlinger (beide SPD) mit.

Der getötete Bahnmitarbeiter lebte laut rheinland-pfälzischer Staatskanzlei in Ludwigshafen. „Der Opferschutzbeauftragte von Rheinland‑Pfalz wird der Familie Unterstützung anbieten“, teilte Schweitzer mit.

Der Zugbegleiter war bei einem Angriff im Zug von einem Fahrgast am Montagabend lebensgefährlich verletzt worden. Am Morgen starb er im Uniklinikum Homburg im Saarland.

„Unsere Gedanken sind bei der Familie, allen Angehörigen und den Freundinnen und Freunden des getöteten Bahnmitarbeiters“, schrieben die Regierungschefs. Man danke den Einsatzkräften und den Fahrgästen, die geholfen hätten.

„Diese Tat erschüttert die gesamte Bahn-Familie und sie ist furchtbarer Ausdruck einer seit langem steigenden Aggressivität bis hin zu Gewalt gegenüber Zugbegleitern“, teilten Schweitzer und Rehlinger mit. „Damit Zugbegleiter und Fahrgäste besser geschützt werden, müssen sich alle Beteiligten zusammentun“. Beide stünden im Kontakt mit dem Gesamtpersonalrat der DB Regio.

dpa / EVN