Baden‑Württemberg rüstet Züge für digitalen Bahnbetrieb aus – Fördermittel vom Bund

Mit knapp 340 Millionen Euro Fördermitteln des Bundes digitalisieren das Land Baden‑Württemberg und der Verband Region Stuttgart ihre Schienenfahrzeuge für den Digitalen Knoten Stuttgart. S-Bahnen und Regionalzüge werden mit ETCS ausgerüstet.

Für den Digitalen Knoten Stuttgart erhält Baden‑Württemberg eine Bundesförderung von rund 340 Millionen Euro. Davon gehen 195 Millionen Euro an die Landesanstalt Schienenfahrzeuge Baden‑Württemberg (SFBW) und 144 Millionen Euro an die S‑Bahn Stuttgart, wie die Staatsregierung mitteilte. Das Land ergänzt die Mittel nach eigenen Angaben um weitere 70 Millionen Euro.

Insgesamt werden 118 Bestandsfahrzeuge der Typen Flirt 3 und Talent 3 sowie 130 neue Doppelstockzüge vom Typ Coradia Max mit dem europäischen Zugbeeinflussungssystem ETCS (European Train Control System), Automated Train Operation (ATO) und dem neuen Bahnfunkstandard FRMCS (Future Railway Mobile Communication System) ausgestattet. Auch die 215 S‑Bahn‑Fahrzeuge erhalten eine digitale Nachrüstung, die bis Ende 2026 abgeschlossen sein soll.

Landesverkehrsminister Winfried Hermann betonte, das Projekt sei entscheidend für mehr Kapazität und Klimaschutz im Schienenverkehr. SFBW‑Chef Thomas Glaß zeigte sich stolz und betonte eine deutschlandweite Vorreiterrolle für dieses Zukunftsprojekt. Alexander Lahl, Regionaldirektor des Verbands Region Stuttgart, hob hervor, dass das perspektivisch teilautomatisierte Fahren „der zentrale Hebel“ sei, „um die Stabilität zu erhöhen, Kapazitäten besser zu nutzen und das Angebot wieder verlässlich zu machen“.

Der Digitale Knoten Stuttgart ist Teil des Programms „Digitale Schiene Deutschland“ und das erste Projekt in Europa, in dem ein kompletter Bahnknoten mit digitaler Signal‑ und Leittechnik ausgestattet wird. Die Erkenntnisse aus Stuttgart sollen den Startschuss für eine bundesweite Modernisierung geben – für mehr Züge in kürzeren Abständen.

EVN