Siemens digitalisiert Osloer U-Bahn mit neuem Signalsystem

In Oslo ist das erste moderne funkbasierte Signalsystem Norwegens für den U-Bahn-Betrieb in Betrieb genommen worden. Die neue Technologie steigert die Kapazität um 30 Prozent und nutzt erstmals ein öffentliches LTE-Netz für sicherheitskritische Zugsteuerung.

Siemens Mobility und der norwegische Verkehrsbetrieb Sporveien haben auf einem ersten Abschnitt der Osloer U-Bahn ein neues, funkbasiertes Zugsteuerungssystem (CBTC) in Betrieb genommen. Das Projekt mit einem Auftragsvolumen von rund 270 Millionen Euro umfasst den kompletten Austausch der Signaltechnik im 86 Kilometer langen Netz sowie die Integration der neuen Fornebubanen-Linie.

Mit dem System „Trainguard MT“ können künftig bis zu 36 Züge pro Stunde verkehren, rund 30 Prozent mehr als bisher. Die Automatisierung erfolgt auf dem Standard GoA 2 (Grade of Automation 2), der teilautomatische Zugfahrten ermöglicht. Über eine digitale Wartungsplattform soll der Betrieb über 25 Jahre hinweg überwacht und optimiert werden.

Erstmals in Europa wird ein öffentliches LTE-Mobilfunknetz für sicherheitskritische Zugsteuerung genutzt. Dies gilt als kosteneffizienter und zukunftsweisender Ansatz für städtische Verkehrssysteme. Siemens Mobility bezeichnet das Projekt als Meilenstein auf dem Weg Oslos zur ersten emissionsfreien Stadt der Welt.

Das modernisierte System erlaubt langfristig bis zu 40 Zugfahrten pro Stunde und soll die Kapazität des gesamten U-Bahn-Netzes weiter erhöhen. Siemens und Sporveien arbeiten seit fast 130 Jahren zusammen; die jetzige Modernisierung ist Teil einer nationalen Digitalisierungsinitiative für den Schienenverkehr unter Führung von Bane NOR, dem Betreiber der norwegischen Eisenbahninfrastruktur.

EVN