Deutsche Bahn muss sparen – auch beim Personal


BERLIN | Die Deutsche Bahn ist finanziell schwach ins neue Jahr gestartet und will nun vor allem beim Personal sparen.

„Vorbereitet werden Maßnahmen zur Ausgaben- und Einstellungssteuerung mit Fokus auf die Konzernverwaltung“, teilte eine Sprecherin am Samstag auf Anfrage mit. Einem Medienbericht zufolge soll der Konzernvorstand in der kommenden Woche die Maßnahmen beschließen. „Einige Geschäftsfelder sind bereits vorangegangen“, hieß es.

Damit bezieht sich die Bahn unter anderem auf die Güterverkehrstochter DB Cargo. Das Unternehmen plant aufgrund hoher Verluste eine Umstrukturierung: Um Kosten einzusparen, will DB Cargo unter anderem Teile des Güterverkehrs, besonders im sogenannten kombinierten Verkehr, an Tochterfirmen auslagern. Arbeitnehmer fürchten einen weitreichenden Stellenabbau, was der Vorstand aber bestreitet.

Wie die personellen Maßnahmen in der Verwaltung der Konzernmutter konkret aussehen sollen, wurde zunächst nicht bekannt. „Ganz wichtig ist: Die Investitionen in die Starke Schiene laufen weiter“, betonte die Bahn. Einstellungen im operativen Bereich – also etwa von Lokführern, Zugbegleitern oder Fahrdienstleitern – seien nicht betroffen.

Die Sparmaßnahmen seien notwendig, weil die Bahn „aufgrund externer Faktoren“ wirtschaftlich schlechter ins laufende Jahr gestartet sei als geplant. Gemeint ist vor allem der Tarifabschluss mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), auf den sich beide Seiten nach monatelangem Ringen kurz vor Ostern geeinigt hatten. „Vor diesem Hintergrund bereitet der DB-Konzern einen gemeinsamen Rahmen vor, der sicherstellt, dass auch die Konzernleitung ihren Beitrag leistet“, hieß es.

Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters plant die Bahn einen qualifizierten Einstellungsstopp, was bedeute, dass Neubesetzungen und vor allem neue Stellen von der Konzernleitung gebilligt werden müssten. Allein im Fernverkehr müssten demnach 250 Millionen Euro eingespart werden, um die Jahresziele zu erreichen. Die Bahn kommentierte den Bericht auf Anfrage nicht.


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dpa / EVN