Bahn kann Kosten von Tarifabschluss mit GDL noch nicht beziffern


BERLIN | Die Deutsche Bahn kann die Kosten des Tarifabschlusses mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) noch nicht beziffern.

„Die letzten finanziellen Daten und Auswertungen sind gerade noch in der Mache“, sagte DB-Personalvorstand Martin Seiler am Dienstag in Berlin. „Das werden wir sicherlich in den nächsten Stunden und Tagen dann beieinander haben.“ Er denke aber, dass man mit dem Kompromiss auch entsprechend leben könne. Dennoch sei dieser „finanziell natürlich herausfordernd“.

Mit Blick auf die Personalkapazitäten äußerte sich Seiler optimistisch: Man habe jetzt die Option, dass auch Mitarbeiter mehr arbeiten können, „was sie zum Teil auch wollen“. Auch durch die Reduzierung des Urlaubswahlmodells sei man mittlerweile der Überzeugung, dass man diese Kapazität leisten könne, so der Personalvorstand.

Erfreut zeigte sich Seiler auch über die Laufzeit von 26 Monaten sowie die anschließende Friedenspflicht. „Also sind keine Streiks in dieser Zeit möglich.“ Man habe zudem verabredet, dass man sich beim nächsten Mal bereits im Vorfeld über die Modalitäten für ein Schlichtungsabkommen unterhalten werde.

Details zu dem Abschluss hatte das Unternehmen am Dienstag genannt. So einigten sich beide Seiten auf den Ausbau eines „Arbeitszeitkorridors“ bis 2029. Dieses „Optionsmodell“ zur Wochenarbeitszeit geht laut Bahn am Ende von 35 bis 40 Stunden. Demnach soll 2026 zunächst eine automatische Absenkung von 38 auf 37 Stunden erfolgen. Weitere Schritte sollen dann jeweils nur noch auf Antrag der Arbeitnehmer geschehen – und zwar 2027 auf 36 Stunden, 2028 auf 35,5 Stunden und 2029 auf 35 Stunden. Die Absenkungen sollen ohne Verringerung des Gehalts stattfinden.

Arbeitnehmer, die mehr arbeiten wollen, können das aber auch tun – alles zwischen 35 und 40 Stunden in der Woche sei am Ende möglich, so die Bahn. Konkret erhält demnach jeder, der sich für mehr Arbeit entscheidet, pro zusätzlicher Wochenstunde 2,7 Prozent mehr Lohn.

Zusätzlich sieht die Einigung auch eine Gehaltserhöhung in zwei Schritten vor: 210 Euro mehr pro Monat zum 1. August 2024 und nochmal 210 Euro zum 1. April 2025. Hinzu kommt eine Inflationsausgleichsprämie von 2.850 Euro, wovon 1.500 Euro im März ausgezahlt werden und weitere 1.350 Euro voraussichtlich im Mai. Die Laufzeit des Tarifabschlusses beträgt 26 Monate, rückwirkend vom 1. November 2023 bis 31. Dezember 2025.


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EVN / dts Nachrichtenagentur