Probleme nach Hangrutsch bei Ratingen größer als gedacht


RATINGEN | Nach einem Hangrutsch auf der S-Bahn-Strecke von Essen über Ratingen nach Düsseldorf werden auf einem Teil der Trasse wohl noch längere Zeit keine Züge fahren.

Großflächige Bodenbewegungen im Untergrund hätten „schwere Schäden an der Schieneninfrastruktur verursacht“, teilte die Bahn am Mittwoch mit. Allerdings sollen zumindest auf dem Abschnitt zwischen Düsseldorf und Ratingen-Ost ab dem 4. März in den Kernzeiten S-Bahnen fahren. Wann die S6 wieder bis nach Essen durchfährt, ist noch völlig unklar.

Die Strecke ist seit Mitte Januar gesperrt, nachdem durch wochenlange Regenfälle ein Hang bei Ratingen-Hösel ins Rutschen geraten war. Durch erste geologische Untersuchungen sei inzwischen klar, dass das Problem noch deutlich größer sei als anfänglich gedacht, schrieb die Bahn.

Tief im Boden seien Felsplatten in Bewegung geraten. Dadurch seien die Gleise um bis zu 30 Zentimeter nach oben gedrückt worden. Schienen seien verbogen, Weichen beschädigt und Teile der Oberleitung seien zerstört worden.

Mit 25 Meter tiefen Bohrungen müssten Geologen die Gesteinsschichten nun genauer untersuchen. Ergebnisse sollen bis Mitte März vorliegen. Erst dann könne man sagen, wie aufwendig die Sanierung der Strecke werde – und wie lange die Züge der S6 nicht durchgängig zwischen Essen und Düsseldorf fahren können. „Schon jetzt zeichnen sich aber umfangreiche Reparatur- und Sicherungsmaßnahmen ab, die durch die Lage in einem Naturschutzgebiet zusätzlich erschwert werden“, teilte die Bahn mit.

In einem ersten Schritt will die Bahn deshalb ab 4. März zeitweise den Abschnitt zwischen Düsseldorf und Ratingen-Ost freigeben. Montags bis freitags sollen dort von 4.30 Uhr bis 20.00 Uhr Züge fahren. Von Ratingen nach Essen geht es für Reisende dann mit dem Ersatzbus weiter. Abends und am Wochenende fallen die Züge aber wie schon zuletzt zwischen Düsseldorf-Rath und Essen-Kettwig komplett aus. Reisende können dann für die ganze Strecke Ersatzbusse nutzen oder mit anderen Linien über Duisburg fahren.


dpa