NRW-Minister: Keine Preisprognose für Deutschlandticket nach 2024


DÜSSELDORF | Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Oliver Krischer hat die Preisstabilität für das Deutschlandticket für 2024 als gute Nachricht bezeichnet.

Der Grünen-Politiker sagte am Dienstag im Morgenecho von WDR 5 allerdings auch: „Ich würde jetzt keine Prognose für die nächsten Jahre abgeben.“ Die Verkehrsminister der Länder hatten am Montag in einer Sonderkonferenz festgelegt, dass der Preis von monatlich 49 Euro für das Deutschlandticket im Gesamtjahr 2024 stabil bleiben soll.

Ganz bewusst habe man bei der Konferenz aber die Preise für die Folgejahre nach 2024 für dieses Abo-Ticket noch nicht festgelegt, berichtete Krischer, der Vorsitzender der Verkehrsministerkonferenz ist. Man könne nicht sagen, dass es auch nach 2024 immer beim Monatspreis von 49 Euro bleiben werde. Krischer verwies unter anderem auf den Faktor Inflation. Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) betonte, Bund und Länder würden gemeinsam an einer Lösung ab 2025 arbeiten, „die zum einen die tatsächlichen Kosten widerspiegelt, aber die Attraktivität des Deutschlandtickets nicht gefährdet“.

Das im Mai 2023 eingeführte Deutschlandticket gilt für bundesweite Fahrten im öffentlichen Nah- und Regionalverkehr und wird derzeit laut Verband Deutscher Verkehrsunternehmen von rund zehn Millionen Menschen genutzt. Krischer zufolge wird zunehmend an Verfahren gearbeitet, um die Preisfindung künftig automatisierter zu gestalten – damit es nicht jedes Mal große politische Diskussionen gebe oder die Grundsatzfrage zum Deutschlandticket gestellt werde.

Aus Sicht von Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter wird sich die Einigung der Länder, das Deutschlandticket bis Ende 2024 bei 49 Euro zu halten, voraussichtlich nicht wiederholen. „Der Preis wird dauerhaft nicht zu halten sein, aber er wird nicht exorbitant steigen“, sagte der CSU-Politiker Bayern 2 Radiowelt am Morgen. Dass bisher etwa 10,5 Millionen Kundinnen und Kunden das Angebot nutzten, sei kein großer Erfolg. „Da ist mit weit höheren Nutzungszahlen gerechnet worden“, sagte Bernreiter. Um das Ticket auch in Zukunft zu finanzieren, seien etwa eine Million neue Nutzer nötig.

Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (bdo) kritisierte den Beschluss der Ministerkonferenz. Ohne Preisanpassung bleibe das Hauptproblem ungelöst. „Das Deutschlandticket ist weiterhin nicht auskömmlich finanziert“, hieß es in einer Mitteilung. Gleichzeitig fehle die sogenannte Nachschusspflicht. Die Aufgabenträger, also insbesondere die Kommunen, hätten damit keine Garantie, dass sie die Mindereinnahmen durch das Deutschlandticket ausgeglichen bekommen. Ohne Preisanpassung werden beim Deutschlandticket 2025 laut bdo bis zu zwei Milliarden Euro fehlen. Entsprechend stark werde der Ticketpreis steigen müssen, um das Defizit auszugleichen.


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dpa