Grüne in Thüringen für teilweise kostenfreien Nahverkehr


ERFURT | In etwa drei Wochen wollen die Thüringer Grünen auf einem Parteitag klären, wer für sie auf der Landesliste kandidieren soll. Auch um ihr Wahlprogramm soll es gehen.

Bei einer erneuten Regierungsbeteiligung der Grünen nach der Landtagswahl sollen Auszubildende, Studierende und Senioren Busse und Bahnen in Zukunft kostenfrei nutzen können. Das sieht das Programm der Grünen für die Landtagswahl am 1. September vor, das am Donnerstag in Erfurt vorgestellt wurde. Die Kostenfreiheit sei ein langfristiges Ziel der Partei, sagte der Grüne-Landesvorsitzende Max Reschke.

Es gehe darum, die Mobilität gerade auch für Menschen im ländlichen Raum zu verbessern. Er selbst sei auf dem Land groß geworden und wisse, was es bedeutet, auf das Fahrrad angewiesen zu sein, sagte Reschke. Die Co-Landesvorsitzende Ann-Sophie Bohm sagte, ihre Partei werde sich auch dafür einsetzen, das Angebot im öffentlichen Nahverkehr deutlich auszubauen. „Es nützt der günstigste Ticketpreis nicht, wenn es nichts gibt, womit man fahren kann.“

Die Grünen treffen sich Anfang Februar zu einem dreitägigen Parteitag in Jena. Dort soll der Entwurf des Wahlprogramms beschlossen werden. Ob die Grünen als derzeitige Regierungspartei überhaupt erneut in den Landtag einziehen, ist nach Umfrage derzeit offen – die Partei lag zuletzt unter der Fünf-Prozent-Hürde. Bohm und Reschke gaben sich kämpferisch. „Wir sind es in Thüringen ein Stück weit gewohnt, dass wir nicht überall auf Gegenliebe stoßen“, sagte Bohm. Ihre Partei werde weiterhin für ihre Positionen werben, „wohlwissend, dass das im Moment besonders schwierig geworden ist“.

Auf ihrer Landesdelegiertenkonferenz Anfang Februar wollen die Grünen auch die Kandidaten für ihre Landesliste zur Landtagswahl aufstellen. Bislang gibt es dafür nach Angaben von Bohm und Reschke vier Bewerbungen. Neben der Landtagsabgeordneten Madeleine Henfling und Landes-Umweltminister Bernhard Stengele, die als Spitzenkandidaten antreten wollen, hätten zwei Grüne aus Nordhausen bislang ihre Bewerbung für einen Listenplatz erklärt.

Zudem wollen nach jeweils eigenen Angaben auch Bohm und Reschke für aussichtsreiche Listenplätze kandidieren. Dass es um die für die Partei aussichtsreichen fünf bis sechs Listenplätze Kampfkandidaturen geben wird, ist also sehr wahrscheinlich.


dpa