Alle Tunnel im Talkessel von Stuttgart 21 sind gegraben


STUTTGART | Beim umstrittenen Milliardenprojekt Stuttgart 21 sind inzwischen alle Tunnel im Talkessel gegraben – insgesamt rund 51 Kilometer.

Der Infrastrukturvorstand der Deutschen Bahn, Berthold Huber, sagte am Mittwoch, der Abschluss dieser Arbeiten zeige einmal mehr, dass Stuttgart 21 voranschreite. Im Zuge der Bauarbeiten wurden in der baden-württembergischen Landeshauptstadt sieben Tunnel erstellt. Sie bestehen teilweise aus zwei Röhren. Die Bauarbeiten dauerten neun Jahre und fanden aufgrund des Mineralwasseraufkommens unter erschwerten Bedingungen statt.

Am Stuttgarter Flughafen laufen die Tunnelbauarbeiten noch. Dort fehlten noch wenige hundert Meter von insgesamt 4,4 Kilometern, teilte die Deutsche Bahn mit. Das Projekt Stuttgart 21 und die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm würden die Eisenbahninfrastruktur fit für das 21. Jahrhundert machen, sagte der Beauftragte der Bundesregierung für den Bahnverkehr, Michael Theurer (FDP). Das Gesamtprojekt Stuttgart 21 wurde mit über einer Milliarde Euro von der Europäischen Union unterstützt.

Projektpartner bei Stuttgart 21 sind die Deutsche Bahn, die Stadt Stuttgart, das Land Baden-Württemberg, die Region Stuttgart und der Flughafen. Erst vor wenigen Monaten hatten die erneut stark steigenden Kosten für das Großbauprojekt Schlagzeilen gemacht. Nach aktuellen Annahmen summieren sich die Investitionen für den Bau des Stuttgarter Tiefbahnhofs und weiterer Projekte auf mehreren Trassen auf insgesamt rund 9,15 Milliarden Euro, hinzu kommt ein Vorsorgepuffer. Mit Blick auf die explodierenden Kosten auf dem Bau und stockende Lieferketten erwarten Kritiker weitere Kostensteigerungen.

Der Ministerialdirektor im baden-württembergischen Verkehrsministerium, Berthold Fries, sagte: „Wir freuen uns über die Fortschritte bei der Realisierung von S21 und die im Dezember anstehende Inbetriebnahme der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm.“ Der neue Tiefbahnhof, der den oberirdischen Kopfbahnhof in Stuttgart ersetzen soll, geht früheren Aussagen zufolge im Dezember 2025 an den Start.


dpa | Foto: DB AG / Reiner Pfisterer

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