Bahn ruft mehrfach Feuerwehr zur Unterstützung – Einsatzkräfte haben genug


GRAFING | In diesem Jahr musste die Freiwillige Feuerwehr des Grafinger Stadtteils Nettelkofen in Bayern bereits mehrfach wegen einer unter Wasser stehenden Fußgänger-Unterführung am Bahnhof ausrücken. Der Grund: Die Pumpen, die das Regen­wasser automatisch abpumpen sollen, sind defekt.

Da sich Einsätze dieser Art sowie der Ausfall von Aufzügen derzeit häufen, kommen jetzt klare Worte von der Feuerwehr an die Deutsche Bahn: „Unsere Leute kommen sich schon wie der Hausmeister­service von der Bahn vor“, sagte der Vize-Kommandant der Nettelkofener Feuerwehr, Stephan Mende, gegenüber dem Münchner Merkur.

Als es kürzlich erneut zum Einsatz wegen zu viel Regenwasser in der Unterführung des Bahnhofs kam, wurde die Feuerwehr nicht mehr tätig. Sie pumpte das Wasser laut dem Bericht nicht ab, sondern sperrte den Bahnhof nur und setzte den im Wasser stehenden Fahrkarten­automaten stromlos. Da sich bereits die nächsten Regenwolken am Himmel befanden, wäre ein Abpumpen auch „aussichtslos“ gewesen, hieß es. Zudem seien die ehren­amtlichen Kräfte nicht dazu da, das Wasser rund um die Uhr zu beobachten, so der Feuerwehrmann.

Laut Mende habe man die Deutsche Bahn nach einem Gewitterregen Mitte August bereits dringend angemahnt, die defekte Pumpanlage zu reparieren. Passiert sei allerdings nichts.

Wie der Münchner Merkur weiter berichtet, gibt es zwischen der Stadt Grafing und der Bahn schon seit längerer Zeit Auseinander­setzungen – unter anderem auch wegen heruntergekommener Gebäude am Bahnhof und Nachlässig­keiten beim Rasenmähen.

Eine Bahnsprecherin erklärte auf Anfrage der Ebersberger Zeitung, dass man den möglichen Unmut der Feuerwehr bedauere. Es sei „selbstverständlich nicht der Fall“, dass eigene Aufgaben auf Ehrenamtliche übertragen würden. Durch Starkregen sei eine Druckleitung zerborsten, auch seien beide unabhängig voneinander arbeitenden Schmutz­wasser-Pumpen durchgebrannt, hieß es zur Begründung.


EVN | Foto: FF Nettelkofen