Die SBB und Siemens Mobility digitalisieren in den kommenden Jahren das Schweizer Stellwerksnetz. Ein Rahmenvertrag über zunächst zehn Jahre umfasst den Aufbau virtueller Stellwerke, Wartung und umfassende Dienstleistungen zur Modernisierung von rund 500 Anlagen.
Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) und Siemens Mobility haben einen umfassenden Rahmenvertrag zur Digitalisierung der Stellwerke in der Schweiz abgeschlossen. Laut Siemens geht es um den langfristigen Umbau und die Modernisierung von rund 500 Anlagen, wobei etwa 80 Prozent der bestehenden Stellwerke in den nächsten 20 Jahren ersetzt werden sollen. Die Vereinbarung wurde bereits Anfang November unterzeichnet.
Das Abkommen sieht eine Laufzeit von zehn Jahren vor, mit drei Verlängerungsoptionen von je fünf Jahren sowie 25 Jahre Wartung und Support. Erstmals wird dabei das Siemens‑System Signaling X eingeführt, bei dem die Stellwerks‑Logik in zentrale Datenzentren verlagert wird. Dadurch sollen Kapazität, Effizienz und Zuverlässigkeit des Bahnnetzes deutlich steigen. Die erste Inbetriebnahme ist für 2029 vorgesehen.
Siemens‑Mobility‑Chef Michael Peter erklärte, die Technologie ermögliche „mehr Züge in kürzeren Abständen“ und trage gleichzeitig zu den Klimazielen der SBB bei. Siemens sei seit Jahrzehnten fest in der Schweiz verankert und verfüge über lokale Entwicklungs-, Produktions- und Servicekompetenz im Bereich Leit‑ und Sicherungstechnik.
Das SBB‑Streckennetz umfasst rund 3.266 Kilometer und ist das größte normalspurige Bahnnetz der Schweiz, das sowohl dem Personen‑ als auch dem Güterverkehr dient.
EVN
