Trotz bewilligter Mittel kommt die Modernisierung der Bahnverbindung zwischen Nürnberg und Sachsen noch nicht voran. Ein Planungsauftrag des Bundes fehlt bislang. Kommt bald Bewegung in das Vorhaben?
Beim vorgesehenen Elektrifizierungsvorhaben der sogenannten Franken-Sachsen-Magistrale zwischen Nürnberg und Sachsen herrscht derzeit Stillstand. Wie aus einer Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Paula Piechotta hervorgeht, liegt für das Bahnunternehmen DB InfraGO derzeit kein Auftrag des Bundes zur Weiterplanung des Abschnitts Nürnberg–Schnabelwaid vor. Auch ein konkreter Zeitplan fehlt.
Dabei hatte der Haushaltsausschuss des Bundestags im November Mittel in Höhe von 100 Millionen Euro für die Planung im Bedarfsplan Schiene 2026 freigegeben. Piechotta kritisierte, das Bundesverkehrs- und das Finanzministerium verzögerten das Projekt. Die Minister Patrick Schnieder und Lars Klingbeil wiesen den Vorwurf zurück.
Zuletzt gab es jedoch Signale für einen Neustart. Nach einer Kabinettssitzung in München stellten Bund und Bayern Fortschritte in Aussicht. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) rechnet demnach mit einer Unterzeichnung von Planungsverträgen „gegen Ostern“. Ziel sei es, Baureife zu erreichen und die Finanzierung zu sichern.
Internationale Bedeutung erhält das Projekt durch die Verbindung Richtung Tschechien. Bereits 1995 hatten Deutschland und Tschechien den Ausbau der Strecke Nürnberg–Eger–Pilsen–Prag vereinbart. Während Tschechien seinen Abschnitt 2012 fertigstellte, fehlt auf deutscher Seite weiterhin die Elektrifizierung zwischen Nürnberg und Hof.
Zusätzlichen Handlungsdruck erzeugt die seit September bestehende Sperrung zwischen Pegnitz und Hersbruck wegen maroder Eisenbahnbrücken. Vertreter aus Politik und Wirtschaft fordern, die notwendige Brückensanierung mit der Elektrifizierung zu verknüpfen, um Zeit und Kosten zu sparen.
EVN / dpa
