Bundespolizei ermittelt zu Beinahe-Unfall bei Weidenbach

Ein Zug wird in ein bereits besetztes Gleis geleitet. Der Vorfall geht glimpflich aus. Zu einer Kollision kommt es nicht. Die Bundespolizei ermittelt zu dem Beinahe-Unfall.

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Auf der Bahnstrecke von München nach Mühldorf ist es Ende vergangener Woche zu einer gefährlichen Situation gekommen – ein Unfall wurde noch verhindert. Wie die Deutsche Bahn auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mitteilte, wurde am Freitagmorgen gegen 9.00 Uhr im Bereich Weidenbach im oberbayerischen Landkreis Mühldorf am Inn ein Zug der Südostbayernbahn versehentlich in einen Gleisabschnitt geleitet, der schon von einem anderen Regionalzug besetzt war. Der nachfolgende Zug habe aber noch rechtzeitig bremsen können.

Laut früheren Berichten des Bayerischen Rundfunks (BR) und des Münchner Merkur war die Rede von einem Beinahe-Unfall. Der Zwischenfall werde als „gefährliches Ereignis“ eingestuft, hieß es weiter.

Nun berichtete der BR, dass der zweite Regionalzug laut Augenzeugen etwa 50 Meter hinter dem Personenzug zum Stehen gekommen sein soll. “Vermutlich hätte es mindestens Verletzte gegeben, wenn der aufmerksame Lokführer nur etwas später gebremst hätte”, wird der stellvertretende Bundesvorsitzende des Fahrgastverbands Pro Bahn, Lukas Iffländer, zitiert.

Züge hintereinander unterwegs

“Die Züge sind hintereinander hergefahren, es gab somit kein Risiko eines Frontalzusammenstoßes”, erläuterte eine Bahnsprecherin. “Es kam zu keinerlei Sach- oder Personenschäden.” Die Folge seien zeitweise Verspätungen und Zugausfälle auf der Strecke zwischen München und Mühldorf bis etwa 12.30 Uhr gewesen.

Wie es dazu kam, dass ein Zug auf einen schon besetzten Gleisabschnitt geleitet werden konnte, war zunächst unklar. Die Bundespolizei ermittelt dazu, sagte die Bahnsprecherin. Die Untersuchungen liefen noch. “Wir unterstützen die Ermittlungen.” Laut bisherigen Medienberichten war es vor dem Zwischenfall zu einer Stellwerksstörung gekommen.

Jenseits des Vorfalls werden derzeit zwischen Mühldorf und München die Stellwerke erneuert, es werden elektronische Stellwerke eingerichtet. Perspektivisch soll die Bahnstrecke zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert werden.

EVN