SPD-Abgeordneter Fiedler kritisiert Bahn – jetzt spricht er von Kampagne

Nach Kritik an der Deutschen Bahn gerät SPD-Innenpolitiker Sebastian Fiedler selbst in die Schlagzeilen. Ein Bericht über eine Sylt-Reise mit seiner Lebensgefährtin, der früheren DB-Sicherheitschefin Britta Zur, löst Vorwürfe und Spekulationen über eine mögliche Kampagne aus.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Fiedler sieht sich nach kritischen Äußerungen zur Sicherheit bei der Deutschen Bahn mit Vorwürfen konfrontiert. Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet, steht eine private Bahnreise im Sommer 2025 im Mittelpunkt der Berichterstattung der Bild.

Fiedler hatte nach dem gewaltsamen Tod eines Zugbegleiters dem Bahnvorstand vorgeworfen, zu wenig gegen Übergriffe auf Beschäftigte zu unternehmen, und Ausgaben für eine Werbekampagne kritisiert. Kurz darauf berichtete Bild über eine Urlaubsreise Fiedlers mit seiner Lebensgefährtin Britta Zur, die bis Ende Oktober 2025 Geschäftsführerin von DB Sicherheit war.

Dem Bericht zufolge war ein Intercity auf der Rückfahrt von Sylt in Heide gestoppt worden, unter anderem wegen fehlender Wasservorräte für Notfälle. Zur soll daraufhin Kontakt mit DB Sicherheit aufgenommen haben. Die Familie reiste schließlich über Itzehoe und Hamburg weiter, zeitweise mit einem von DB Sicherheit organisierten Kleinbus. Die Bahn leitete eine interne Prüfung ein. Laut Zur sei kein Fehlverhalten festgestellt worden; die Mitfahrt im Kleinbus verstoße gegen keine Vorschriften.

Bild thematisierte die Umstände der Weiterreise sowie mögliche Verbindungen zwischen Fiedlers politischer Rolle und der damaligen Position seiner Partnerin. Fiedler und Zur wiesen die Darstellung zurück und äußerten öffentlich den Verdacht, Informationen seien gezielt weitergegeben worden, um Fiedler nach seiner Kritik an der Bahn zu diskreditieren.

Eine Stellungnahme der Deutschen Bahn zu dem Vorwurf einer gezielten Indiskretion lag laut RND zunächst nicht vor.

EVN