Kinderverbot in Premium-Bereich von TGV-Zügen sorgt in Frankreich für Kritik

Eine neue Premium-Unterkategorie der ersten Klasse in französischen TGV-Zügen hat eine Debatte ausgelöst. In dem Bereich „Optimum Plus“ sind Kinder unter zwölf Jahren nicht zugelassen, was Kritik aus Politik und Zivilgesellschaft nach sich zieht.

Die französische Staatsbahn SNCF steht wegen einer Zugangsregelung für ihre neue Premium-Klasse „Optimum Plus“ in der Kritik. In dem abgegrenzten Bereich bestimmter TGV InOui-Züge sind Kinder unter zwölf Jahren nicht zugelassen, was das Unternehmen mit dem Ziel eines „maximalen Komforts“ begründet. Die Regelung gilt ausschließlich für diesen Premium-Bereich, der die frühere Business-Première-Klasse ersetzt hat, und nur auf ausgewählten Fahrten unter der Woche.

Kinderrechtsorganisationen und Vertreter aus Politik und Medien werteten die Maßnahme als ausgrenzend. Frankreichs Kinderbeauftragte Sarah El Haïry bezeichnete die Entscheidung als „schockierend“ und kündigte Gespräche mit der SNCF-Spitze an.

Die SNCF entgegnete, dass Optimum Plus weniger als acht Prozent der Sitzplätze eines Zuges umfasse und am Wochenende gar nicht angeboten werde. Zudem verwies das Unternehmen auf bestehende Familienangebote und darauf, dass weiterhin der Großteil der Plätze für alle Fahrgäste zugänglich sei.

EVN