Die Deutsche Bahn will im Zuge eines umfassenden Umbaus mindestens 30 Prozent der Managementstellen in der Berliner Konzernzentrale streichen. Ziel seien schlankere Strukturen und schnellere Entscheidungen, sagte Aufsichtsratschef Gatzer.
Die Deutsche Bahn plant einen deutlichen Stellenabbau im Management ihrer Konzernzentrale. In der Konzernleitung sollen nach Angaben von Werner Gatzer mindestens 30 Prozent der Stellen wegfallen, zudem werde eine komplette Führungsebene zwischen Vorstand und Management gestrichen. Das sagte der Aufsichtsratsvorsitzende kürzlich dem Portal Table Briefings. Der Umbau sei Teil eines umfassenden Reformprozesses unter der neuen Vorstandsvorsitzenden Evelyn Palla, die vom Aufsichtsrat ausdrücklich unterstützt werde.
Gatzer betonte, dass mit flacheren Hierarchien Verantwortlichkeiten klarer vor Ort wahrgenommen und Entscheidungsprozesse beschleunigt werden sollen. Zugleich räumte er ein, dass sich die Pünktlichkeit im Fernverkehr kurzfristig nicht verbessern werde. Vorrang habe derzeit eine Stabilisierung, während mittelfristig ambitionierte, aber realistische Ziele verfolgt würden.
Hintergrund der Maßnahmen seien jahrelange Unterfinanzierung der Infrastruktur, ein hoher Investitionsstau sowie externe Belastungen wie die Corona-Pandemie und gestiegene Energiekosten. Die Deutsche Bahn rechne für das laufende Jahr mit einem operativ ausgeglichenen Ergebnis. Verbesserungen für Reisende sollen unter anderem durch Programme zur Steigerung von Sauberkeit, Sicherheit und Information an Bahnhöfen erreicht werden.
EVN
