Fahrgastbeirat kritisiert Tram-Sperrung in Kassel wegen Weihnachtsmarkt

Während des Kasseler Weihnachtsmarkts fahren keine Straßenbahnen durch die Königsstraße. Grund sind Sicherheitspoller zum Schutz vor Fahrzeuganschlägen. Der KVG-Fahrgastbeirat hält die wochenlange Sperrung für überzogen.

Die Stadt Kassel hat im Rahmen des Sicherheitskonzepts für den Weihnachtsmarkt Poller an den Zufahrten zur Königsstraße errichtet. Dadurch kann die zentrale Straßenbahnstrecke in der Innenstadt seit dem 24. November bis 30. Dezember täglich zwischen 11 und 22 Uhr nicht befahren werden. Die Straßenbahnen und Regiotram-Linien werden in dieser Zeit großräumig über „Scheidemannplatz“ und „Lutherplatz“ umgeleitet.

Der Fahrgastbeirat der Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) kritisiert die Maßnahme und spricht von unzumutbaren Zuständen für Fahrgäste. Die langen Sperrzeiten führten zu Verspätungen, Anschlussverlusten und Mehrkosten im Betrieb.

Zudem seien die Ersatzhaltestellen überfüllt, zu schmal und nicht barrierefrei. Der Beirat fordert daher, die Haltestelleninseln an den Stationen Am Stern und Rathaus zu verbreitern und die Verkehrsführung an der Sternkreuzung anzupassen.

Laut Stadt und KVG sollen die Einschränkungen bis Jahresende gelten; an den Adventssamstagen wird das Angebot im Gegenzug mit dichteren Takten ausgeweitet. Nach Weihnachten soll der Verkehr wieder regulär durch die Innenstadt rollen. Der Fahrgastbeirat fordert, dass künftige Sicherheitskonzepte die Belange des Nahverkehrs stärker berücksichtigen. Zuvor hatte die Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA) berichtet.

EVN