Mehr Tempo, kaum Mehrkosten – Wenn Spaniens Züge 350 km/h fahren

Die spanische Hochgeschwindigkeitsstrecke Madrid–Barcelona soll künftig mit bis zu 350 km/h befahren werden. Trotz des höheren Energieverbrauchs werden die Ticketpreise laut einer Analyse nur minimal steigen – gleichzeitig winken Effizienz- und Umweltgewinne.

Die geplante Erhöhung der Höchstgeschwindigkeit der spanischen AVE-Züge von 300 auf 350 km/h soll den Energieverbrauch laut einem Medienbericht zwar um bis zu 24 Prozent erhöhen, die Fahrpreise aber nur geringfügig beeinflussen. Wie die spanische Zeitung El Economista berichtet, steigen laut Berechnungen des Eisenbahningenieurs Alberto García Álvarez die Stromkosten pro Passagier um lediglich 0,79 Euro – rund 1,5 Prozent des durchschnittlichen Ticketpreises von 53 Euro.

Die zusätzlichen Betriebskosten würden durch kürzere Fahrzeiten und höhere Effizienz teilweise ausgeglichen, was die Mehrkosten auf etwa 0,45 Euro pro Fahrgast reduziert. Zudem wird ein Nachfragezuwachs von 6,5 Prozent erwartet, was rund 581.000 zusätzliche Fahrgäste pro Jahr bedeuten würde. Der Gewinn der Betreiber könnte dadurch um mehr als 3 Millionen Euro steigen. Neben wirtschaftlichen Vorteilen erwartet García Álvarez auch eine weitere Verkehrsverlagerung von Straße und Luft auf die Schiene sowie eine deutliche Reduktion der CO₂-Emissionen um rund 49 Millionen Kilogramm jährlich.

EVN