Bund hält Preiserhöhung beim Deutschlandticket für unausweichlich


BERLIN | Die von den Verkehrsministern der Länder beschlossene Preiserhöhung beim Deutschlandticket im kommenden Jahr ist nach Ansicht der Bundesregierung unausweichlich.

„Angesichts der allgemeinen Preissteigerungen und der Tarifabschlüsse mit den Ländern war es durchaus vorhersehbar und auch angemessen, dass es zu einer Preisanpassung kommen würde“, sagte der Schienenbeauftragte der Regierung, Michael Theurer (FDP), der „Rheinischen Post“ (Mittwochsausgabe).

Theurer ergänzte, die Tarifhoheit im Nahverkehr liege bei den Ländern. „Dass die Länder für ihre Aufgaben nun auch öffentlich Verantwortung übernehmen ist zu begrüßen.“ Entscheidend für den Erfolg des Deutschlandtickets sei allerdings, „dass sich alle Beteiligten langfristig dazu bekennen“, so der Parlamentarische Staatssekretär im Verkehrsministerium. „Der Schlüssel zur Finanzierung liegt in der Zahl der verkauften Abos und dass Effizienzreserven, die durch das Ticket etwa in den Vertriebsstrukturen und bei der Zahl der Verkehrsverbünde freigesetzt wurden, auch tatsächlich genutzt werden“, sagte Theurer.

Der Juso-Vorsitzende Philipp Türmer warnte unterdessen vor den Folgen für junge Menschen durch eine Verteuerung des Deutschlandtickets: „Insbesondere für junge Menschen ist das Ticket eine der spürbarsten Entlastungen der letzten Jahre gewesen“, sagte Türmer den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Diese jetzt wegzuwerfen, wäre insbesondere enttäuschend für all die jungen Menschen, die bereits das Gefühl haben, dass die Politik keine spürbaren Lösungen für ihre Probleme hat.“

Das Deutschlandticket kostet aktuell 49 Euro pro Monat. Im kommenden Jahr soll der Preis steigen, die genaue Höhe ist aber noch offen. Das 49-Euro-Ticket sei einmal als Neun-Euro-Ticket gestartet und mit 52 Millionen verkauften Tickets ein großer Erfolg gewesen, sagte Türmer. „Es überrascht kaum, dass Menschen den ÖPNV gerne und viel nutzen, wenn er bezahlbar ist – das ist das Fundament der dringend notwendigen Verkehrswende.“ Schon die Steigerung auf 49 Euro sei „Unsinn“ gewesen. „Dass jetzt selbst dieser Preis für 2025 wackelt, ist niemandem zu erklären“, kritisierte der Chef des SPD-Nachwuchses.

Die Verkehrsminister der Länder hatten am Montag bei ihrer Sonderkonferenz beschlossen, 2025 eine Preisanpassung vorzunehmen. Die genaue Höhe ist noch unklar. In diesem Jahr soll das Ticket weiter 49 Euro kosten.


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dts Nachrichtenagentur / EVN