Bahn: Jeder fünfte Fernzug nach Streikbeginn im Einsatz


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BERLIN | Weite Teile des Fern- und Regionalverkehrs auf der Schiene in Deutschland stehen seit dem frühen Donnerstagmorgen wieder still. Grund ist ein 35-stündiger Streik der GDL im festgefahrenen Tarifstreit mit der Deutschen Bahn.

Wegen des Streiks der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) kommt es seit 2.00 Uhr zu erheblichen Einschränkungen im Fern- und Regionalverkehr, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Das Grundangebot an Zugfahrten sei am Morgen wie geplant angelaufen, hieß es. Erneut sind demnach lediglich rund 20 Prozent der Fernzüge im Einsatz. Im Regionalverkehr sind die Auswirkungen unterschiedlich.

Bis Freitag um 13.00 Uhr soll der Ausstand andauern. „Im Regional- und S-Bahnverkehr wird nach Streik-Ende das Angebot bis zum Tagesende schrittweise wieder ausgeweitet“, hieß es. Im Fernverkehr hingegen soll laut Bahn erst am Samstag wieder das komplette Angebot zur Verfügung stehen. Im Güterverkehr hatte der Ausstand der GDL bereits am Mittwochabend begonnen. Hier soll der Arbeitskampf bis Freitag um 5.00 Uhr andauern.

Die Bahn hat die Zugbindung für Donnerstag und Freitag aufgehoben. Fahrgäste können ihre Reise also an einem späteren Tag antreten. Welcher Zug fährt und welcher nicht, können Reisende auf den  Auskunftsplattformen des Konzerns erfahren.

Künftige Streiks will GDL-Chef Claus Weselsky im laufenden Tarifkonflikt nur noch kurzfristig ankündigen. Eine 48-stündige Vorwarnung werde es nicht mehr geben, sagte er Anfang der Woche. Für Fahrgäste werden Reisen damit noch weniger planbar als derzeit ohnehin schon. Zudem setzt Weselsky darauf, dass die Bahn bei kurzfristigen Streiks nicht mehr rechtzeitig reagieren und einen Notfahrplan auf die Beine stellen kann. „Damit ist die Eisenbahn kein zuverlässiges Verkehrsmittel mehr“, betonte der GDL-Chef. Hinzu kommt: Selbst über Ostern hat die GDL Arbeitskämpfe nicht ausgeschlossen. „Ich äußere mich weder zu Ferien noch zu Feiertagen, ob da Streiks stattfinden oder nicht“, sagte Weselsky dazu lediglich.


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dpa / EVN