Neue Bahntrasse im Inntal: Inn-Unterquerung möglich aber teuer


ROSENHEIM | Für die Anwohner einer möglichen neuen zweigleisigen Bahn­strecke bei Rosenheim Richtung Brenner ist es eher keine gute Nachricht: Eine von ihnen gewünschte Unter­querung des Inns nördlich von Rosen­heim ist zwar möglich – aber hoch­komplex und teuer.

Die Deutsche Bahn geht von Mehrkosten in Höhe von rund drei Milliarden Euro für den Abschnitt aus. „Trotz hoher Kosten und Risiken ist die technische Machbar­keit allerdings nicht ausgeschlossen“, erläuterte das Unternehmen am Dienstag. Im Rahmen der parlamen­tarischen Befassung habe die Region nun die Möglichkeit, eine Innunter­querung als Kernforderung in den Bundestag einzubringen.

Die neuen Gleise sollen in zwei Planungsabschnitten von Grafing im Landkreis Ebersberg bis zur österreichischen Grenze verlaufen und die Kapazitäten zum Brenner Basistunnel erhöhen, an dem in Österreich und Italien gebaut wird. Bürger­initiativen kämpfen seit Jahren gegen den Bau des so genannten Brenner-Nordzulaufs. Vor allem bezogen auf den Bereich von Rosenheim bis Österreich gab es immer wieder heftige Proteste. Die Gegner argumentieren, ein Ausbau und eine Moderni­sierung der bestehenden Trasse genügten. Neue Gleise brächten noch mehr Verkehr und Lärm im ohnehin stark belasteten Inntal.

Die Bahn hat für beide Abschnitte favorisierte Trassen vorgestellt und führt derzeit die Planungen für diese Trassen weiter. Voraussichtlich 2025 soll der Bundestag über den Brenner Nordzulauf entscheiden.


EVN / dpa | Foto: DB Netz (Visualisierung)

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