Bayern plant mehr Oberleitungen für Bahnstrecken in Schwaben

Bayern will bis 2040 Dieselzüge ersetzen und investiert in neue Oberleitungen und Akkutechnik – auch für touristische Ziele wie Oberstdorf.

Bayern hat die Deutsche Bahn (DB) mit konkreten Planungen für den Elektrobetrieb auf etlichen Bahnstrecken in Schwaben und angrenzenden Regionen Oberbayerns beauftragt. Der Freistaat plant, landesweit bis 2040 den Betrieb von Dieselzügen zu beenden.

Dafür müssten in Schwaben und dem westlichen Oberbayern rund 100 Kilometer weitere Strecken mit Oberleitungen versehen sowie Ladestationen für Akkuzüge gebaut werden, sagte Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) bei der Unterzeichnung des Planungsvertrages in Fischen im Allgäu. Der Freistaat finanziere die Planungen zunächst mit rund 60 Millionen Euro. Später soll der Bund den Ausbau fördern.

Auch die Urlaubsregion Oberstdorf soll Oberleitungen bekommen

Bayern plant einen Mischbetrieb von verschiedenen Technologien. Einerseits soll es Züge geben, die nur mit Strom aus den Oberleitungen fahren, andererseits akkubetriebene Züge, die auch auf nicht elektrifizierten Strecken eingesetzt werden können.

Nachdem der Oberleitungsausbau der Illertalbahn von Neu-Ulm über Memmingen nach Kempten bereits beschlossen war, soll nun auch die 41 Kilometer lange Strecke von Kempten weiter bis Oberstdorf mit Oberleitungen ausgestattet werden.

Davon soll dann auch der Fernverkehr profitieren. Oberstdorf gehört neben Sylt zu den wichtigen Urlaubszielen, die der DB Probleme bei den Fernverbindungen bereiten. Denn das Allgäuer Wintersport-Zentrum und die Nordseeinsel können bislang nur mit Dieselzügen angefahren werden.

Insgesamt 17 verschiedene Diesellinien in der Region sollen künftig mit Akkuzügen betrieben werden. Dazu zählen die Strecken jeweils von München und Augsburg in die touristischen Hotspots Oberstdorf und Lindau am Bodensee; sowie die Verbindung zwischen den Großstädten Augsburg und Ingolstadt.

Akkuzüge können mit und ohne Oberleitung fahren

Die Akkuzüge fahren teilweise auf Abschnitten mit Oberleitungen und nutzen diese dann dafür, ihre Akkus für die nicht elektrifizierten Strecken aufzuladen. Zudem werden für diese Züge Ladestationen in verschiedenen Bahnhöfen gebaut. Die Akkutechnik soll insbesondere eine Übergangslösung sein. Das Fernziel ist, dass irgendwann alle Bahnstrecken mit elektrischen Stromleitungen ausgestattet sind.

Derzeit wird in Augsburg auch ein Wasserstoffzug für die Regionalbahn-Verbindungen getestet. Ob in Zukunft Wasserstoffzüge allerdings eine weitere Option in Bayern werden, um Dieseltriebwagen zu ersetzen, ist noch ungewiss. Minister Bernreiter hatte sich bislang diesbezüglich eher skeptisch geäußert. Die Wasserstofftechnologie sei teuer und beim bisherigen Testbetrieb auf verschiedenen Strecken in Deutschland gebe es viele Probleme, hatte er erklärt.

dpa