Abstriche bei Fernzügen in Mecklenburg-Vorpommern nach Generalsanierung

Die Bahn bekommt deutliche Kritik aus Mecklenburg-Vorpommern für die Streichung von ICE-Verbindungen am frühen Morgen von Rostock über Schwerin nach Hamburg. Viele Pendler sind betroffen.

Mecklenburg-Vorpommern büßt nach der Generalsanierung der Bahn zwei ICE-Verbindungen am frühen Morgen ein, die für Pendler wichtig sind. Ab Mai soll der erste ICE Rostock in Richtung Hamburg um 7.04 Uhr verlassen. “Abfahrt in Schwerin ist um 08.06 Uhr und Ankunft in Hamburg Hbf um 09.12 Uhr”, teilte ein Bahnsprecher mit. Das sei für Pendler zu spät, monieren Kritiker.

“Es bestehen für Reisende aus Schwerin, die Hamburg früher erreichen möchten, aber weiterhin mehrere Verbindungen mit dem RE 1 um 05.06 Uhr, 06.09 Uhr sowie 07.06 Uhr”, rechtfertigt sich die Bahn. “Die Reisezeiten sind im RE meist nur rund zwanzig Minuten länger als im ICE.” Für eine Abfahrt bereits um fünf Uhr in Rostock reiche das Fahrgastpotenzial nicht aus, um einen ICE-Zug mit mehreren Hundert Sitzplätzen zu füllen.

Kritik vom Landesverkehrsminister

Landesverkehrsminister Wolfgang Blank (parteilos) hat die Streichung der ICE-Frühverbindungen von Rostock über Schwerin nach Hamburg scharf kritisiert. “Der Fortbestand einer ICE-Frühverbindung zwischen Rostock, Schwerin und Hamburg ist von zentraler Bedeutung – für die Pendlerinnen und Pendler ebenso wie für die Attraktivität des Wohn- und Wirtschaftsstandorts Mecklenburg-Vorpommern”, teilte sein Ministerium mit.

“Die unternehmerische Entscheidung von DB Fernverkehr, dieses Angebot nach der Generalsanierung der Strecke Hamburg–Berlin einstellen zu wollen, ist daher deutlich zu kritisieren.» Minister Blank und die zuständige Fachabteilung seines Ministeriums stünden dazu seit Monaten in Austausch mit der Deutschen Bahn. “Es wurde die klare Erwartung formuliert, dass es auch nach Ende der Generalsanierung eine frühe und schnelle Zugverbindung in die Hansestadt Hamburg geben muss.”

CDU-Fraktionschef will mit Bahnchefin reden

Der CDU-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Daniel Peters, kündigte im Nordkurier an, das Gespräch mit der neuen Bahnchefin Evelyn Palla suchen zu wollen. Er kritisierte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) dafür, dies noch nicht getan zu haben. Die Streichung treffe Tausende Pendler in MV.

Der verkehrspolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Stephan J. Reuken, unterstellte der rot-roten Landesregierung, dass sie über die Entwicklung informiert gewesen sei und nichts gegen das Aus der ICE-Verbindungen unternommen habe.

dpa / EVN