Fahrgastverband warnt vor Bahnchaos – Weitere Zugausfälle wegen “Winterwitterung”

Die Deutsche Bahn kündigt wegen erwarteter “Winterwitterung” mit kräftigem Schneefall, Sturmböen und gefrierendem Regen weitere Verspätungen und Zugausfälle im Fernverkehr an. Der Fahrgastverband Pro Bahn warnt unterdessen vor Chaos.

Wegen erwarteter “Winterwitterung” mit kräftigem Schneefall, Sturmböen und gefrierendem Regen ab diesem Donnerstag kündigt die Deutsche Bahn weitere Verspätungen und Zugausfälle im Fernverkehr an. Betroffen seien insbesondere die Strecken Kopenhagen–Hamburg, Westerland/Kiel-Hamburg, Binz/Stralsund/Rostock–Berlin und Norddeich/Emden–Hannover/Ruhrgebiet.

Zudem hat die Deutsche Bahn nach eigenen Angaben “vorsorglich” die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf einzelnen Schnellfahrstrecken reduziert. Davon seien die Verbindungen Wolfsburg–Berlin, Hannover–Würzburg und Frankfurt–Köln betroffen, es könne zu Verspätungen und Anschlussverlusten kommen.

Alle Fahrgäste, die bis einschließlich Mittwoch ein Ticket für eine Reise im Zeitraum vom 8. bis 10. Januar gekauft haben, können ihr Ticket zu einem späteren Zeitpunkt nutzen, so die Bahn. Die Zugbindung sei aufgehoben. Das Ticket gelte dabei für die Fahrt zum ursprünglichen Zielort auch mit einer geänderten Streckenführung. Sitzplatzreservierungen könnten kostenfrei storniert werden, hieß es.

Fahrgastverband warnt vor Winterchaos

Angesichts des verstärkten Wintereinbruchs in Deutschland müssen sich Reisende auf Probleme bei der Bahn einstellen. “Die Bahn ist auf den starken Wintereinbruch nicht ausreichend vorbereitet”, sagte der Vorsitzende des Fahrgastverbandes Pro Bahn, Detlef Neuß, der Rheinischen Post (Donnerstagsausgabe).

Neuß ergänzte: “Es gibt bereits ein deutlich höheres Ausmaß von Zugverspätungen, von eingefrorenen Weichen und Stellwerken sowie von Lokführern, die nicht pünktlich zum Dienst kommen können.” Der alte Bahnslogan, “alle reden vom Wetter, wir nicht”, gelte nicht mehr, so der Vorsitzende. Neuß forderte von der Bahn, für eine rechtzeitigere Kundeninformation zu sorgen.

Zugleich rief Neuß die Bahnkunden auf, auf ihre Entschädigungsansprüche zu pochen. “Die Bahn kann sich da nicht rausreden. Wir haben zwar Winterwetter, aber keine Situation, die völlig ungewöhnlich oder gar katastrophal ist. Entschädigungen müssen gezahlt werden.”

EVN / dts Nachrichtenagentur