Neues Stellwerk am Münchner Ostbahnhof – Inbetriebnahme verzögert sich weiter


MÜNCHEN | Ein neues elektronisches Stellwerk soll für mehr Zuverlässigkeit bei der Münchner S-Bahn sorgen. Doch es kommt später als geplant. Die Bahn verspricht dafür an anderer Stelle Verbesserungen.

Ein neues elektronisches Stellwerk am Münchner Ostbahnhof soll für mehr Zuverlässigkeit im S-Bahn-Netz der Landeshauptstadt sorgen – doch die Inbetriebnahme verspätet sich um ein weiteres Jahr. „Grund dafür ist ein bauliches Umsetzungsproblem für die hochkomplexe Stellwerksanlage“, erläuterte die Deutsche Bahn (DB) am Mittwoch. Das Problem sei zwar inzwischen gelöst, doch ergäben sich daraus größere Umplanungen und weitere Prüfschleifen. Statt im August 2024 werde das Stellwerk deshalb erst im Sommer 2025 seinen Dienst aufnehmen. Ursprünglich war der Start schon für Mitte des vergangenen Jahres geplant.

Die jüngste Verzögerung entstand laut Bahn unter anderem durch die Schnittstellen des neuen Stellwerks zu benachbarten, bereits bestehenden Stellwerken. „Das Problem hat sich erst in einer späten Projektphase herausgestellt“, hieß es von der Bahn. Bei der Softwareplanung und der baulichen Umsetzung seien dadurch aufwendige Anpassungen nötig geworden. Hinzu komme eine präventive Baustellenpause für die Zeit der Fußball-Europameisterschaft in diesem Sommer.

Das neue 220 Millionen Euro teure elektronische Stellwerk soll das bisherige Relais-Stellwerk aus dem Jahr 1971 ersetzen und damit den immer wieder großräumig gestörten S-Bahn-Verkehr in der Region deutlich zuverlässiger machen. Um die Folgen der Verzögerung bei der Inbetriebnahme abzumildern, plant die Bahn nun zusätzliche Instandhaltungsmaßnahmen zur Stabilisierung der anfälligen älteren Stellwerke inklusive des bisherigen Stellwerks am Ostbahnhof. Der Start der ebenfalls in Bau befindlichen zweiten Stammstrecke sei von der Verzögerung unberührt, versicherte die DB.


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dpa